Allergien sind ein ständig zunehmendes gesundheitliches Problem. Durch den Klimawandel und den damit verbundenen Anstieg der Luftschadstoffe werden die Pollen immer aggressiver. Durch den Anstieg der Temperaturen kommt es zu längeren und intensiveren Pollenflugzeiten. Ein heute geborenes Neugeborenes hat zu 50 % eine Wahrscheinlichkeit, dass es mindestens einmal in seinem Leben eine allergische Reaktion erleidet.
Ob eine laufende, juckende oder ständig verstopfte Nase, tränende Augen, langanhaltender Husten, ständiges Räuspern oder erschwerte Atmung beim Sport – einzeln oder kombiniert können dies Zeichen für eine Allergie sein. Gerade ist der Leidensdruck vieler besonders groß!
Die Pollen von Birke und Gräsern fliegen jetzt intensiv. Welche Neuigkeiten gibt es bei der Diagnose und die darauffolgende Therapie?
In ihrer Spezialpraxis für Asthma und Allergien hilft Frau Dr. Mandelbaum seit vielen Jahren in der ATOS Klinik Heidelberg großen und kleinen Patienten, die unter Allergie leiden. Als erfahrene Allergologin, Kinderärztin und Spezialistin für Kinderlungenkrankheiten weiß sie, dass eine genaue Diagnose des auslösenden Allergens vor einer Therapie stehen muss, die nicht nur akut hilft, sondern auch langfristig heilt.
Die Diagnose kann schwierig sein. Das Allergenspektrum ist riesig. Es könnten auch andere Aeroallergene wie Milben, Schimmelpilze oder Tierepithelien oder später im Jahr Kräuter diese allergischen Beschwerden hervorrufen. Besonders die langfristig heilende Therapie müsste dann eine ganz andere sein!
Aber auch Nahrungsmittel-Allergien könnten die typischen juckenden geröteten Hautausschläge oder häufige Bauchschmerzen verursachen. Diese sind typischerweise bei Kindern Milch, Ei, Fisch, Soja, Weizen sowie Nüsse. Bei Erwachsenen herrschen eher Kreuzallergien von Birke, Gräser oder Ambrosie vor, die Reaktionen auf Haselnuss, Apfel, Sellerie oder Karotte auslösen. Aber es gibt auch im Erwachsenenalter echte Allergien auf diese Allergene sowie Weizen, Erdnuss, Soja oder Kartoffel.
Kreuzallergien lösen meistens nur lokale Symptome wie Kribbeln, geschwollene Schleimhäute oder Bauchschmerzen aus. Eine echte Allergie kann aber häufig zu lebensbedrohlichen Reaktionen bishin zum allergischen Schock führen. Die Unterscheidung zwischen Kreuzallergie und echter Allergie ist bei den Nahrungsmitteln sehr wichtig. Das kann nur die Immunglobulin E -Diagnostik. Sie ist in jedem Alter möglich und sinnvoll.
Der schulmedizinische Goldstandard zur IgE-Bestimmung ist das ImmunoCAP System, das die spezifischen Immunglobulin E Antikörper nachweist. Hierzu war bislang eine intravenöse Blutentnahme notwendig, die bei kleinen Kindern oder schlechten Venen schwierig sein konnte. Außerdem war die gezielte Abfrage des vermuteten Allergens notwendig. Bei einem unbestimmten Verdacht führte das teilweise zu umfangreichen Testungen.
Seit Neustem steht mit dem ALEX² Multiplex-Messsystem ein mit dem
ImmunoCAP System validierter und entsprechender Allergietest zur Verfügung, der hochspezifisch 295 IgE Allergene bestimmt. Glücklicherweise aus einer kleinen Blutmenge nach einem Fingerpieks. Das freut Groß und Klein!
Die Ergebnisse werden mit intelligenter Software individuell für den Patienten erstellt, in einem verständlichem Kurzreport erklärt und im ausführlichen Laborbericht im Einzelnen beurteilt. Dabei wird dann auch mit Hilfe von 178 molekularen Allergenen zwischen Kreuzallergie und echter Allergie unterschieden, was für die direkte Umsetzung im Leben der Betroffenen wichtig sein kann:
- Wie lange sollte ich die Fenster zulassen, da mein Allergie-Baum blüht?
- Wie lange sollte ich vor dem Sport im Freien eine Allergie-Tablette nehmen?
- Brauche ich einen milbendichten Matratzenbezug?
- Muss ich Spuren von Haselnuss meiden oder reicht einfach nur wenig davon zu essen? Brauche ich ein Notfallset?
- Muss ich ein Notfallset wegen einer Wespen-Allergie mitführen?
Daraus kann häufig eine selbstständige Therapie mit einem der freiverkäuflichen antiallergischen Medikamente durchgeführt werden. Damit können häufig viele der akuten Symptome gelindert werden. Falls nicht, sollte eine Funktionsuntersuchung der Nase und der Lunge sowie vom Stickstoff-Monoxid FeNO in der Ausatemluft durchgeführt werden, um zu messen, ob stärkere Medikamente wie Kortison zum Einsatz kommen sollten, um den gefürchteten Etagenwechsel zu vermeiden.
Für eine langfristige Heilung sollte in Rücksprache mit einer/m Allergologin möglichst frühzeitig eine Immuntherapie geplant werden. Diese kann mit Spritzen oder in den letzten Jahren auch bei bestimmten Allergenen sehr erfolgreich mit Hochdosistabletten oder Tropfen über 3 Jahre durchgeführt werden. Auch hier hilft die differenzierte molekulare Allergiediagnostik die Patienten zu identifizieren, bei denen eine Immuntherapie erfolgversprechend sein wird. Im ALEX² Laborreport stehen die entsprechenden molekularen Allergene. Das macht die Auswahl für die Fachfrau/-mann einfach.
Aufgrund der umfangreichen Tests auf Nahrungsmittel kann bei einem negativen Ergebnis eine unnötige Diät verhindert werden. Außerdem ist ein IgE-Resultat bei einer Ernährungsberatung wissenschaftlich belegt und sehr hilfreich im Gegensatz zu den bei Laien leider verwendeten IgG-Tests.
Die Testung kann ganzjährig durchgeführt werden und muss nicht zur Hochsaison der Beschwerden erfolgen, da die Immunglobuline im Blut ganzjährig verweilen. „Trotzdem ist der Wunsch zu wissen, welche Allergie die juckenden Augen, die verstopfte Nase oder den trockenen Reizhusten auslöst in der Saison verständlicherweise besonders intensiv, auch um gezielt die richtigen Medikamente einzusetzen.“, sagt Frau Dr. Mandelbaum.
Deshalb ist sie und ihr Team besonders froh, ab sofort den unkomplizierten umfangreichen ALEX² Allergietest nach Terminvereinbarung in ihrem Allergie-Labor in der ATOS Klinik Heidelberg zentrumsnah am Bismarckplatz auch unabhängig vom Praxisbesuch anbieten zu können.
So einfach funktioniert’s:
- Der Fingerpieks wird vor Ort durchgeführt.
- Der individuell verständliche Kurzreport sowie der ausführlicher Laborbericht mit Therapieempfehlungen werden per E-Mail l übermittelt.
- Selbstmedikation und Änderungen im Alltag werden vom Patienten umgesetzt.
Bei Erklärungsbedarf kann ein Termin bei der Allergologin vereinbart werden. Das ist insbesondere sinnvoll, wenn eine Beratung über die Immuntherapie zur Heilung der Allergie durchgeführt werden soll. Dies kann auch im Videocall erfolgen.
Der Patient erhält eine Rechnung entsprechend der GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte).
Bei Bedarf kann eine Videocall für weitere Erklärungen oder Immuntherapie nach Terminvereinbarung erfolgen. Bitte beachten Sie, dass dieser separat in Abrechnung gebracht wird!